Mit Isabell Westerschulte über Zugfahrten, Mentoring und Eigenlob.

Bahn am Gleis wagon rot

Auf Frau Westerschulte warte ich in der Lobby des Hotels H’Otello im Münchner Zentrum. Ich bin viel zu früh da. Ich hatte vorher das erste Treffen mit einer neuen Mentee und will mir im Nachgang noch ein paar Notizen machen. Die Lobby mit ihren bequemen Sitzecken ist ruhig um diese Uhrzeit und damit perfekt für konzentriertes Arbeiten. Aber auch für vertrauliche Gespräche. Als ich mit meinen Notizen fertig bin und überlege, wie ich die übrig gebliebene Wartezeit nutzen kann, kommt Isabell Westerschulte herein – ebenfalls, wie ich, viel zu früh. Das ist doch perfekt!

Isabell Westerschulte kam zur Deutschen Bahn, weil sie mit einem Freund zum Auswahlverfahren nach Karlsruhe fahren wollte. Er bewarbt sich damals bei der DB und sagte: „Bewirb Dich doch auch, dann fahren wir zusammen“. Das machte sie. Das Auswahlverfahren war hart und erschöpfend. Ein entspanntes Schlendern durch die Karlsruher Altstadt nach dem AC konnten die beiden vergessen. Aber sie bekam die Stelle und fing ein duales Studium bei der Deutschen Bahn (Beamtenlaufbahn bei der Deutschen Bundesbahn) an, nach dessen Abschluss sie In der Kundenbetreuung in Stuttgart startete. In den 26 Jahren nach dem Studium bekleidete sie bei der DB verschiedene Positionen: über die Leitung der Kundenbetreuung in München, die Begleitung der Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen über den bahninternen Bildungsträger, die Leitung der Geschäftsstelle der DB-eigenen Zeitarbeitsfirma bis hin zur Personalreferentin bei DB Fernverkehr. Heute arbeitet sie im Personalbereich der DB Cargo AG als Expertin Mitarbeiter- und Führungskräfteentwicklung.

Arleta Perchthaler: Frau Westerschulte, was genau machen Sie beruflich?

Isabell Westerschulte: Ich bin Expertin für Personalentwicklung bei der DB Cargo AG – dem Güterverkehr der Deutschen Bahn. Offiziell haben wir ein sogenanntes One-HR. Das heißt, die ganzen Personalaufgaben, wie Verwaltung, Beratung, Controlling etc. sind in unterschiedlichen Positionen gebündelt. In dieser Gesamtorganisation gibt es auch Experten-Funktionen für verschiedene Gebiete. Ich bin so eine Expertin und zwar für die Personalentwicklung. Allerdings nicht die Entwicklung der Einzelpersonen – dafür sind die Führungskräfte die ersten Ansprechpartner – sondern für Beratung und Entwicklung von Führungskräften und Personalern in Bezug auf die Personalentwicklung. Dazu kommen dann noch bereichsübergreifenden Themen wie zum Beispiel eine Rahmenvereinbarung für Sprachqualifizierung für DB Cargo, die deutschen Töchter und für die ausländischen Gesellschaften, die ich letztes Jahr mit ausgehandelt habe – eine an sich sehr trockene Geschichte. Ich erwähne das, weil die Personalentwicklung in vielen Köpfen einen etwas romantischen Touch hat. Da träumen die Leute, wie sie tolle Menschen in noch tollere Menschen verwandeln. Aber an der Personalentwicklung hängen noch ganz andere Sachen. Wir haben Themen, wie Know-How-Transfer, Umgang mit Schwachleistern (das heißt, wie wollen wir sie motivieren und zum Vorteil aller Beteiligten einsetzen), Onboarding, Auswahlverfahren, Kompetenzprofile, etc.

Meine aktuelle Position ist meine siebte Station bei der Deutschen Bahn. Bei der Frauenakademie lachte irgendwann mal jemand: „Ich weiß nicht, der wievielte Job das ist, aber Ihnen gefällt Ihre Arbeit immer!“ Ja! Es ist so. Es macht mir sehr viel Spaß!

Ausflug nach Karlsruhe

AP: Wussten Sie schon immer, dass Sie in Richtung HR wollen?

IW: Jein. Also ich bin bei der Bahn gelandet, weil ich mit dem Kumpel nach Karlsruhe fahren wollte und der Vater eines Klassenkameraden schon seit 32 Jahren dabei war, so dass ich dachte, dass das nicht die schlechtes Wahl des Arbeitgebers wäre, aber sie hat sich eher zufällig ergeben. Ich war am Anfang in der Kundenbetreuung, danach im Produktmanagement im Nahverkehr. Dort habe ich mein Interesse an HR entdeckt. Ich war damals nicht voll ausgelastet und da das nichts für mich ist, suchte ich mir zusätzliche Aufgaben, idealerweise welche, die Spaß machen. Ich betreute beispielsweise die Azubis und konzipierte und führte Seminare für operative Führungskräfte durch. Nebenbei machte ich ein Bewerbungstraining beim deutschen Erwachsenenbildungswerk, für Kontingentflüchtlinge aus Russland. Einfach, weil ich Lust darauf hatte. Als ich aber in den HR-Bereich wollte, hieß es: „Nee, Sie haben keine Erfahrung!“ Ich dachte: „Ja super, und wie soll ich dann Erfahrung sammeln, wenn ich da nie reinkomme?“ 2004/05 machte ich den MBA General Management und  wählte für mich den Schwerpunkt Personal. Dann kam ich in die Förderung beruflicher Bildung und knüpfte die ersten Kontakte zur damaligen Leiterin der DB Zeitarbeit für Süddeutschland. So ergab sich die Chance, die Geschäftsstellenleitung in München zu übernehmen. Als später die Personalerstelle beim Fernverkehr frei wurde, war meine HR-Erfahrung eine bewiesene Sache.

AP: Ganz offensichtlich macht Ihnen Ihr Job viel Spaß. Was ist so das Schöne an Ihrem Beruf?

IW: Ich mag Menschen. Ich bin auch eine ziemlich neidlose Person. Während viele andere sagen: „Mist, was der alles erreicht hat!“, sage ich „Toll, was der alles erreicht hat!“ Ich freue mich, wenn Menschen ihr Potential ausschöpfen. Wenn jemand möchte und bereit ist, was dafür zu tun, dann macht es mir wahnsinnig Spaß, dabei zu helfen. Und ehrlich gesagt macht es mir auch Spaß, jemandem, der so gar nichts tun will, zu sagen: „Mein Freund, wenn Du was werden willst, muss Du Dich wenigstens ein bisschen bewegen.“ Ich bin ein sehr ehrlicher Mensch. Im Mentoring sage ich manchmal: „Kommen Sie damit zurecht? Denn ich werde Ihnen keine Schlösser in Spanien aufbauen, nur weil sie es gerne hören wollen. Ich werde nie was sagen, um etwas kaputt zu machen oder jemanden zu verletzen – das ist ganz klar. Aber ich werde auf alle Fälle ehrlich sein.“

AP: Seit wann sind sie Mentorin bei MOVE!

IW: Seit 2008. 2002 erzählte eine Bekannte, sie sei bei der Frauenakademie als Mentee. Ich fand das spannend und dachte, das könnte mir vielleicht auch helfen. Ich habe mir zwar die Unterlagen geholt, bin aber nicht hingegangen. Später hat mich ein Bekannter dazu inspiriert, meinen MBA zu machen. Ich lerne total gerne. Und dass ich über die Uni Augsburg im Rahmen des Studiums für zwei Monate nach Pittsburgh, Pennsylvania, durfte, fand ich besonders cool. Als ich irgendwann schon als Geschäftsstellenleiterin bei der DB Zeitarbeit meine Unterlagen aufräumte, stolperte ich über den Flyer der Frauenakademie. Ich dachte: „Ganz ehrlich, jetzt brauchst du kein Mentoring mehr, aber eigentlich könntest Du dich fast als Mentorin melden“. Ich setzte mich mit der Frauenakademie in Verbindung und seitdem bin ich dabei.

Mentoring ist wie ein spannendes Buch lesen

AP: Was gefällt Ihnen an der Rolle der Mentorin?

IW: Mentoring befriedigt mein inneres Bedürfnis, nach Lösungen zu suchen. Es ist so: Jemand erzählt mir etwas und bei mir läuft gleich das Programm: „Ah, was könnten wir daraus machen?“ Ich kann gar nicht anders. Und manchmal schaffe ich es, den Mund zu halten und manchmal mische ich mich ein. Beim Mentoring läuft es genauso, nur hier darf ich das, hier ist das mein Job. Das Schöne am Mentoring ist, man steigt in die Geschichte von jemand anderem ein – meistens in einer herausfordernden Situation – ,arbeitet mit der Person an dieser Situation, überlegt auch selbst: “Was würde ich machen?“, schöpft aus dem eigenen Erfahrungsschatz und teilt das dann. Und danach kann ich wieder raus. Es ist wie ein Buch zu lesen, nur interaktiver. Und das finde ich spannend am Mentoring.

Unabhängig von der Situation, die ich heraufordernd finde und in der ich hoffe, dass wir zusammen eine für die Person zufriedenstellende Lösung finden, ist es toll, was für interessante Leute man trifft. Menschen, mit denen man sonst gar nicht in Kontakt gekommen wäre. Manchmal habe ich Mentees, bei denen ich mir denke, die hat so einen Hammer-Lebenslauf, von der könnte ich wahrscheinlich mehr lernen, als sie von mir. Aber offensichtlich hat sie das Anliegen, irgendwie begleitet zu werden. Also wunderbar.

AP: Was sind die Schwerpunkte in Ihren Mentorings?

IW: Wir arbeiten ganz viel mit dem Werdegang der Mentees. Eine Sache, die ich zum Beispiel sehr gerne mache – gerade wenn jemand nicht so festgelegt ist, in die eine oder andere Richtung zu gehen, und der Lebenslauf das auch hergibt – ist das Erstellen von zwei alternativen Lebensläufen. Ich hatte mal eine Mentee, die hatte Arzthelferin gelernt. Ihr Mann war Ingenieur und dann hat sie eigentlich immer nur in seiner Firma gearbeitet. Nebenher hatte sie noch ein, zwei andere Sachen und war in der Gemeinde sehr aktiv. Jetzt stand die Scheidung und die Trennung vom bisherigen Job an. Die Frage war: Nutzt sie eher ihren sozialen oder ihren kaufmännischen Bereich? Wir listeten die Stationen ihres Lebenslaufes auf und schauten, was davon für den kaufmännischen Lebenslauf passen würde und wie wir den Lebenslauf für Soziales aufbereiten könnten. Am Ende hatte sie zwei fertige Lebensläufe. Durch die intensive Beschäftigung damit konnte sie die Kommunikation entsprechend anpassen, so dass sie sich in beide Richtungen bewerben konnte – letztendlich hat sie sich für die soziale Richtung entschieden. So was Ähnliches machte ich auch neulich mit einer Dame und während wir arbeiteten, sagte sie: „Nee, in reine Zahlen möchte ich nicht wieder, ich möchte mehr mit Menschen arbeiten.“ Also alleine dadurch, dass sie sich die Stationen anschaute und reflektierte, was ihr in dem einen oder in dem anderen Bereich wichtiger ist, hat sie sich die Karten gelegt. Das war keine Coaching Technik, eigentlich haben wir nur den Lebenslauf ordentlich gemacht.

Manchmal lasse ich meine Mentees auch eine SWAT Analyse für sich machen. Das heißt Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken Analyse ausgehend von ihrem Ziel.

AP: Was ist die größte Herausforderung in Ihrer Rolle als Mentorin?

IW: Zeit zu finden. Sowohl die Mentees wie auch ich sind meistens beruflich sehr eingespannt. Ich habe mit manchen Damen zwischen 21:00 und 22:30 Uhr telefoniert, weil wir sonst kein für uns beide passendes Zeitfenster gefunden haben.

Ich passe nicht 100% auf die ausgeschriebene Stelle

Ansonsten ist die größte Herausforderung, wenn man sich fragt: wo hängt es? Wenn der Lebenslauf nicht so gut ist, dann weiß ich, es könnte am Lebenslauf liegen. Aber wenn er picobello ist, und eine Person vor einem sitzt, die sich gut ausdrücken kann, ein gutes Auftreten hat, dann fragt man sich, wo ist der Hund begraben? Sehr häufig kommt dann heraus, dass diese Frauen ihr eigenes Licht unter den Scheffel stellen und sich selbst im Weg stehen.  Da gilt es dann zu motivieren, es einfach durchzuziehen. Dazu stehen! Im Zweifelsfall einfach mal etwas dicker auftragen, eine Show machen. Daheim üben! Durch das „Spielen“ mit den Möglichkeiten, sehen sie, wie weit sie gehen können und trauen sich auch im echten Vorstellungsgespräch mehr zu sich zu stehen.

Manchmal höre ich auch: „Ich passe nicht 100 % auf die Stelle“ Ich sage: Sie passen nie 100% drauf! Niemand passt 100 %. Sie müssen den Leuten nur klar machen, dass Sie verdammt nah dran sind. Und dann kann der Rest kommen.

AP: Stellen auch Männer ihr Licht unter den Scheffel?

IW: Ja. Aber Männer sind anders. Ich habe dazu meine private These. Wenn sich ein Mann über seinen Chef ärgert, zum Beispiel weil er bei einer Beförderung übergangen oder nicht gelobt wurde und er beklagt sich bei seinem Kumpel, sagt der andere: „So ein Mistkerl! Dem zeigen wir es! Und wenn nichts geht, dann suchst Du Dir was Anderes, Du hast es drauf!“ Wenn sich eine Frau über eine ähnliche Situation bei ihrer Freundin beschwert, sagt die Freundin: „Oh Du Arme! Ja, das kenne ich. Das ist voll schlimm!“

AP: Also bei Frauen bleibt es dann beim Jammern und die Männer gehen in Aktion?

IW: Eher ja. Jammern und kurz daneben sitzen ist auch völlig in Ordnung! Aber irgendwann muss Schluss sein und ich muss etwas verändern. Und abgesehen davon, wenn ich in einer Welt, in der Männer herumlaufen, erfolgreich sein will, dann muss ich dem Umstand, dass es sie gibt, einfach Rechnung tragen. Ich muss nicht wie ein Kerl werden. Ich kann meine weibliche Seite sehr wohl leben! Ich sage sogar oft mit Augenzwinkern: Wir Frauen haben einen großen Vorteil: Wenn sich Frauen wie Männer aufführen, dann sagt man, die hat Haare auf den Zähnen, die hat es drauf. Und wenn sich eine Frau wie ein Mädchen verhält, dann sagen die Anderen, der helfen wir, der Kleinen. Aber wenn ein Mann sagt: „Ah, ich weiß nicht wie das geht!“ dann sagen viele: „Was ist das für einer?“ Also der Mann ist eigentlich echt arm dran.

Sag der Welt, wie gut Du bist!

Was ich aber geschlechterübergreifend sehe, gerade in meiner Generation, ist ja so dieses Thema „Eigenlob stinkt“. Da sage ich, Ihr müsst Eure Stärken erkennen und Ihr müsst sie auch zeigen, sie nach außen lassen! Wie soll die Welt sonst wissen, wie gut Ihr seid?

„Stärken erkennen und ausbauen“ ist meine Devise. Stärken stärken, Schwächen schwächen. Wenn ihr etwas gut könnt und Spaß daran habt, dann schaut, dass ihr einen Job genau in diesem Bereich macht. Der Spaß motiviert einen dazu, besser zu werden.

AP: Wenn Sie den Frauen in Veränderungssituationen nur einen einzigen hilfreichen Satz geben könnten, welcher wäre das?

IW: Du kannst das, mache es einfach!

Ich habe heute gerade einen sehr schönen Satz im Internet gefunden: „Wenn Du mal wieder das Gefühl hast, es geht nicht vorwärts, dann schaue doch mal zurück, was Du schon geschafft hast.“ Eine Frau mit Mitte 30 hat schon genug erreicht, auf das sie zurückschauen kann und was ihren Glauben an sich selbst stärken kann. Da ist es egal, ob man einen Job hatte, der furchtbar war, oder mobbende Kollegen, eine Führungskraft, die einen ausbeutete, oder man eine Scheidung oder Krankheit oder sonst was hinter sich bringen musste. Alleine der Umstand, dass wir heute hier zusammensitzen, und allein der Umstand, dass diese Frau schlau genug war, zu sagen, ich möchte ein Mentoring, ich suche mir Hilfe – das macht schon einen großen Unterschied. Das sage ich ihnen oft: „Sie haben doch schon mehr getan als viele andere Frauen, weil Sie gesagt haben, okay, ich suche mir Hilfe.“

AP: Was ist für Sie das Wichtigste im Leben?

IW: Zufriedenheit. Ich meine Zufriedenheit im Sinne von „ich gebe mich mit etwas zufrieden“. Und wenn ich mich nicht zufriedengeben kann, dann muss ich etwas ändern. Love it, change it or leave it.

AP: Woher nehmen Sie Ihren Optimismus?

IW: Es gibt bezüglich der Lebenseinstellung nur zwei Möglichkeiten. Und die Alternative ist einfach nicht schön.

AP: Waren Sie schon immer so drauf?

IW: ich glaube schon. Als ich 16 Jahre alt war, beschloss ich für mich, nur noch Sachen zu machen, die ich will. Da sind natürlich auch Sachen dabei, die mir keinen Spaß machen, aber die mache ich, weil ich etwas, was daraus resultiert, will. Also werde ich bewusst die Entscheidung treffen, ich will jetzt Abitur machen, denn mit Abitur kann ich etwas lernen, mit dem ich nachher gut Geld verdiene, oder was auch immer. Diese Einstellung hat den entscheidenden Vorteil, dass man erstens viel motivierter ist und man zweitens, wenn etwas schiefläuft, niemand anderem die Schuld geben kann.

Ich habe Verantwortung für mein Tun und meine Stimmung

Aus dieser Grundhaltung heraus kann ich, wenn ich für mich selbst Verantwortung übernehme, auch für meine Laune Verantwortung übernehmen. Ich kann nicht erwarten, dass mich jemand anders glücklich oder zufrieden macht.

AP: Welche Eigenschaften zeichnen Ihrer Meinung nach tolle Frauen aus?

IW: Der Glaube an sich selbst. Und ich denke, man kann kein toller Mensch sein, wenn man mit sich selbst unzufrieden ist. Man hat sicherlich mal bessere und mal schlechtere Tage. Ich denke sogar, dass es wichtig ist, dass man ab und zu auch an sich zweifelt. Um sich zu justieren. Denn wenn man zu begeistert von sich selbst ist, verliert man irgendwann die Bodenhaftung.

Tolle Frauen sind auch bereit, bedingungslos zu geben. Und damit meine ich nicht, sich aufzugeben, sondern nicht für alles, was sie geben, irgendetwas zu erwarten. Die richtig tolle Frau hat es nicht nötig, irgendetwas zu machen, damit andere sie mögen. Weil sie selbst an sich glaubt. Sie kann auch ein Kompliment annehmen.

AP: Ist es nicht so, dass erst, wenn man an sich glaubt, man fähig ist, bedingungslos zu geben?

IW: Wahrscheinlich. Irgendwann hörte ich den Gedankten, dass man meistens Geschenke an andere für sich selbst macht. Oft ist man dann enttäuscht, wenn sich der Beschenkte nicht total begeistert bedankt. Das habe ich für mich aufgenommen und beschenke manchmal Menschen, weil es mir danach ist, ein Geschenk zu machen. Das hat dann auch was mit „Random acts of kindness“ zu tun.

AP: Gibt es noch etwa, was sie den Lesern gern sagen möchten?

IW: Trauen Sie sich, Mentorin zu werden! Ich als Mentorin nehme sehr viel aus meiner Mentorenschaft mit. Die Führungskräfte in meinem Bereich musste ich am Anfang fragen: „Können Sie nicht mal Mentoring übernehmen?“ Jetzt ist es so, dass ich von den Mentoren gefragt werde, ob ich mal wieder einen Mentee für sie habe. Weil sie sich so dran freuen und sagen, sie ziehen aus dem Tandem so viel für sich heraus. Mentoring ist etwas, von dem beide Seiten profitieren.

AP: Vielen Dank für dieses spannende und inspirierende Gespräch!


Dieser Artikel entstand im Rahmen der Interview-Reihe 12 Monate – 12 Mentorinnen.

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12 Monate – 12 Mentorinnen: Angelika Koppitz über Flüchtlingsfrauen, berufliche Umwege und persönliche Stärken

Labyrinth mit rotem Pfeil zum Ausgang

Angelika Koppitz treffe ich in ihrem Büro in der Nähe des Rosenheimer Platzes. Meine Gesprächspartnerin wartet schon mit einem Tee, als ich ankomme. In dem Moment wird mir klar, dass Tee für mich seltsamerweise irgendwie mehr Nahbarkeit und Vertrautheit als Kaffee symbolisiert. Mit unseren Tassen gehen wir in einen geräumigen, mit gemütlichen Sesseln und Sofa eingerichteten, Raum, welcher so gar nicht an ein klassisches Büro erinnert. Kaum setzen wir uns hin, sagt sie: „Und bitte, wir sind ja MOVE!-Kolleginnen: Du brauchst mich nicht zu siezen!“

Angelika war 20 Jahre erfolgreich in Management und Führungspositionen bei Siemens tätig, bevor sie im Jahr 1999  mit Ende vierzig zusammen mit einem Kollegen das Unternehmen moveon Unternehmensberatung mit dem Schwerpunkt Coaching und Businesstraining gründete. Gleichzeitig hat sie noch die Ausbildung zum „NLP-Master“ absolviert.

6 Jahre später wird ihre Tochter schwer krank. Zeitgleich kam auch deren Töchterchen zur Welt. Die junge Familie braucht ihre Unterstützung. Sie entscheidet sich also, ihrem Leben nochmal einen neuen Fokus zu geben und steigt aus dem Unternehmen aus. Als die schwere Zeit in der Familie überstanden ist, wird Angelika wieder beratend aktiv, diesmal hauptsächlich ehrenamtlich. Denn nur die sprichwörtlichen „Rosen zu züchten“, reicht ihr nicht. Heute ist die 73 Jährige nicht nur als Mentorin bei MOVE! engagiert, sondern auch bei den Münchner Mentoren/Münchner Flüchtlingsrat, in dem sie Patenschaften für unbegleitete Flüchtlinge übernimmt.

Arleta Perchthaler: Angelika, Deine Geschichte ist von einigen Wendepunkten gekennzeichnet. Der gängigste in unserer Gesellschaft ist eine Umorientierung, die mit der Sinnfrage der Lebensmitte verbunden ist. Aber Du hast Dich mehr als einmal nach dem Sinn Deines Lebens gefragt und jedes Mal daraus Konsequenzen gezogen.

Angelika Koppitz: Ich finde es sehr wichtig, dass man es sogar immer wieder macht. Wir sind doch nicht unreflektierte Hamster im Rad, die einfach weiter laufen und es nicht hinterfragen können. Die Konstellationen unseres Lebens ändern sich immer wieder. Es ändert sich auch das, was wir bereit sind zu geben, zu erleben oder was wir ertragen können und wollen. Daher sollten wir immer wieder prüfen, ob das, wie wir leben, was wir tun, mit welchen Menschen wir zu tun haben, immer noch für uns passt. Wenn man das nämlich nicht rechtzeitig macht, dann denkt man nach Jahren vielleicht: Mensch, hätte ich doch damals…!

Wir können immer wieder etwas Neues und Sinngebendes anfangen – in jedem Alter. Entscheidend ist für mich, einen positiven Beitrag zu leisten  – für die Familie, für die Gesellschaft…..wo immer es möglich und sinnvoll ist.

Zwei junge Frauen aus Eritrea: Als sie in Deutschland ankamen, waren sie ca. 15 Jahre alt

AP: Schon der Heraklit wusste: „Nichts ist so beständig wie der Wandel.“ Eine Deiner letzten Reaktionen auf Veränderungen im Leben ist Dein Engagement für Flüchtlinge. Was machst Du da konkret?

AK:   In der schwierigen Situation von 2015 wollte ich mich für junge unbegleitete Flüchtlingsmädchen engagieren. Kurz nacheinander bekam ich über die Münchner Mentoren zwei Mädchen aus Eritrea. Als sie in Deutschland ankamen, waren sie ca. 15 Jahre alt. Sie flüchteten mit 13 unabhängig voneinander (sie kannten sich nicht) von Zuhause, ohne dort vorher Bescheid zu sagen. In Eritrea gibt es eine unbefristete Wehrpflicht, auch für Mädchen und Frauen. Alle sind mehr oder weniger verpflichtet, oft mehrere Jahrzehnte ihren Dienst abzuleisten. Frauen werden nur dann entlassen, wenn sie verheiratet und schwanger sind. Minderjährige sind von der Wehrpflicht nur dann entbunden, wenn sie in die Schule gehen. Aber wenn die Familie kein Geld hat, um die Schule zu bezahlen, dann werden sie mit 16 eingezogen.

AP:  Und wie kamen sie dann nach Deutschland?

AK: Unabhängig voneinander haben sie den gleichen Weg gewählt. Sie kamen eines Abends nicht mehr nach Hause und machten sich völlig unvorbereitet über Libyen auf den Weg nach Europa. Dort erlebten sie Dinge, die man lieber nicht wissen möchte. Sie waren ein Jahr unterwegs. Sie sind über das Mittelmeer nach Italien gekommen, die Panik vor Meer und Wasser ist ihnen bis heute geblieben. Von dort kamen sie nach Monaten in München an, ohne ein Wort Deutsch oder Englisch zu können. Ich habe mich zuerst um Basics gekümmert – und durfte erstmal lernen, wie viel man ohne Worte kommunizieren kann. Sie bekamen natürlich Deutschkurse und lernten 2 in Jahren in einer Integrationsklasse auf einer städtischen Mittelschule alles, was man eigentlich zur Integration und zu einem Mittelschulabschluss braucht. Aber es war sehr schwer für sie!

Beide haben anschießend eine Lehre gemacht und sind jetzt vor einem guten Abschluss als Zahnarzthelferin und Altenpflegehelferin!

AP: Worin bestand Deine Aufgabe mit Ihnen?

AK: Erstmal mit ihnen zunehmend viel Deutsch zu reden. Dann auch über persönliche Probleme zu reden und zu versuchen, sie mit unserer Denke, mit unserer Kultur bekannt zu machen. Mädchen werden in Eritrea ganz anders erzogen und haben ein ganz anderes, minimales Selbstbewusstsein. Die Schulen müssen bezahlt werden und es wird nur ein Bruchteil dessen unterrichtet, was bei uns normal ist.

Ich gab auch oft Nachhilfe in Deutsch – musste Begriffe erklären, die in ihrer Sprache nicht einmal existieren. Aber auch Mathe, wenn es notwendig war, oder speziell Sozialkunde: Wie eine Regierung in Deutschland funktioniert, mit Bundesländern, Bundesrat, Bundestag, Wahlen, Parteien, etc. Oder später in der Ausbildung die Erläuterung von medizinischen Begriffen – z.B. „was ist ein Reizdarmsyndrom“. Jetzt helfe ich bei ihrer Vorbereitung  zu einer guten Abschlussprüfung.

Inzwischen sind wir Freunde. Wir gehen mal zusammen essen, oder sie kommen zu mir. Wir kommunizieren viel über WhatsApp: „Angelika, hast Du mal wieder Zeit? Wie geht es Dir, wollen wir uns mal wieder treffen?“ Wir halten beidseitig den Kontakt. Zu Anfang war ich mehr am Zug. Sie hatten einen Riesenrespekt vor jemandem, der so viel älter ist. Das Alter hat in ihrer Kultur noch mehr Bedeutung. Am Anfang wären sie nie auf die Idee gekommen, von sich aus nach einem Treffen zu fragen.

Es ist sehr spannend und sehr befriedigend, weil man am Ende den Erfolg sieht – ehemalige Flüchtlingsmädchen, die auf einem guten Weg sind und die ihren Platz in Deutschland gefunden haben.

Ähnlich auch bei den Mentees bei MOVE! Auch dort habe ich mit manchen Frauen immer noch Kontakt und erfreue mich ihres Vertrauens.

„…es war mir schon immer ein großes Anliegen, Frauen dabei zu stärken, selbstbewusst, gleichberechtigt und unabhängig aufzutreten.“

AK: Wie bist Du Mentorin bei MOVE! geworden?

AK: Ich glaube, ich habe einen Artikel über MOVE! in der Süddeutschen Zeitung gelesen. Das war zu dem Zeitpunkt, wo ich für mich überlegte, wie ich meine beruflichen Erfahrungen in Management und Coaching weitergeben  kann. Das passte einfach super. 

AP: Was war Deine Motivation für Dein Engagement?                                 

AK: Mein Antreiber war, Frauen in schwierigen beruflichen Situationen zu guten Entscheidungen zu verhelfen und sie auf ihren persönlichen Weg zu bringen. Bei MOVE war ich mir sicher, dass ich meine berufliche Erfahrung und meine Coaching-Kompetenz praktisch umsetzen konnte. Und es war mir schon immer ein großes Anliegen, Frauen dabei zu stärken, selbstbewusst, gleichberechtigt und unabhängig aufzutreten.  

Ich war im Job in der Industrie erfolgreich.  Als Frau konnte ich bezüglich Karriere bis zu einem bestimmten Niveau kommen, aber dann wurde es hart. Und das aus meiner Sicht aus zwei wesentlichen Gründen:

Zum einen war ich im entscheidenden, für die Karriere wichtigen Alter, Teil einer Patchwork-Familie – neben mir bestehend aus 3 Kindern im Alter von 7-9 Jahren und einem Partner, der beruflich extrem engagiert und sehr oft international auf Reisen war. Ich musste vorübergehend die Stellung halten und darauf achten, das Büro nicht zu spät zu verlassen, auf dem Weg noch einzukaufen, mit den Kindern Hausaufgaben zu machen, Abendessen zu kochen……! Durch dieses familiäre Engagement war ich zum einen nicht wirklich flexibel und oft zu den entscheidenden Zeiten gegen Abend nicht „anwesend“ – dann, wenn strategische und personalpolitische Probleme locker besprochen wurden. Erst als die Kinder größer waren, änderte sich meine Position.

Zum anderen waren die Führungskräfte ausschließlich Männer…..! Und wie heißt es so schön: „Geschäfte“ – und da zähle ich auch die Vergabe von Führungspositionen dazu – werden auf der Männertoilette oder auf dem Golfplatz gemacht….! Da war das „Frau-sein“ ein Karrierehindernis! Und dazu kam dann auch noch, dass junge Frauen oft gar nicht den richtigen Drive hatten!

Ich erinnere mich, wie ich irgendwann die Leitung einer Abteilung mit 15 Männern übernahm. Ich hatte damals eine Vision: Sollte ich zukünftig Mitarbeiter einstellen, dann Frauen! Der Tag kam und ich lud nur Bewerberinnen zum Gespräch ein. Da sagt die Eine: „Wissen Sie, das mit den Geschäftsreisen ist schwierig…, ja ab und zu vielleicht, aber ich glaube, mein Freund mag das gar nicht…“. Jede der Frauen hatte irgendwelche Einwände dieser Art. Am Ende stellte ich doch Männer ein und lediglich eine einzige Frau. Mit der bin ich heute noch befreundet und sie leitet ein erfolgreiches Consulting-Unternehmen.

Das ist 30-40 Jahre her – und es hat sich enorm viel verändert – aber diese „weibliche“ Denke ist noch nicht ganz verschwunden!

Deswegen möchte ich unter anderem durch die Arbeit als Mentorin bei MOVE! dazu einen kleinen Beitrag leisten.

Herausfinden, wo die persönlichen STÄRKEN liegen, ist essentiell für die LEBENSZUFRIEDENHEIT.

AP: Was sind die schönsten Momente für Dich als Mentorin?

AK: Zu sehen, wie eine Frau für sich herausfindet, wo ihre wirklichen Stärken und Begabungen liegen. Damit kann oft eine Neuorientierung eingeleitet werden und der Weg zu einer neuen beruflichen Erfüllung gefunden werden. Und das ist für mich der gemeinsame befriedigende Moment in einem Mentoring.

Oft kommen Frauen zur Beratung, die seit Jahren in ihrem Job nicht besonders glücklich sind und sich verändern möchten. Häufig haben sie schon etliche erfolglose Bewerbungen hinter sich. Oft liegt ja die Ursache darin, dass am Anfang der  Beruf aus ganz pragmatischen Gründen gewählt wurde. Und wenn wir uns gemeinsam ihre persönlichen Stärken und Schwächen anschauen, dann kommt oft etwas ganz anderes raus.

Herausfinden, wo die persönliche Stärke liegt und daraus ein Ziel zu definieren, halte ich für essentiell für die Lebenszufriedenheit.

Ich habe kürzlich eine 27-jährige Frau beraten. Sie schloss gerade ihr Romanistik-Studium ab. Und dann stand sie hilflos da und sagte: Und was mache ich jetzt mit meiner Romanistik? Sie überlegte vielleicht irgendwas mit Literatur oder Fremdenverkehr. In ihrer Unzufriedenheit ist sie zunehmend depressiv geworden. Bei der Ausarbeitung ihrer Stärken und beruflichen Erwartungen kam heraus, dass alle Überlegungen zur Verwertung ihrer Romanistikkenntnisse zur keinem sinnvollen Ergebnis führten, aber dass sie eine sehr große soziale Begabung hat. Dass sie gern mit Menschen umgeht und nicht nur mit Literatur. Das Ende vom Lied ist: Sie wurde Schulbegleiterin in einer Montessori Einrichtung und fing zusätzlich an, Sozialwissenschaften zu studieren. Sie blühte von einem Tag auf den anderen auf. In dem Moment, als sie ihr klar wurde, wofür ihr Herz schlägt, stürzte sie sich in die neuen Themen und ist seitdem wie verwandelt.

AP: Was würdest Du Frauen auf der Jobsuche oder in der Umorientierungsphase raten?

AK: Den Kopf frei machen vom Istzustand, Stärken und Schwächen analysieren. Also sich öffnen und erstmal ohne Begrenzung denken. Alles Mögliche zulassen. So nach dem Motto: Wenn alles möglich wäre, was würde ich dann machen? Und da kommt oft Erstaunliches. Wie es dann realisierbar ist, muss dann überprüft werden und ist ein weiterer Teil des Prozesses. Wenn man schon im ersten Schritt nur darüber nachdenkt, was möglich und was unmöglich ist, dann kommt man oft nicht darauf, was einem wirklich liegen und einen zufrieden machen könnte.

So wie die oben beschriebene junge Romanistik-Absolventin, die jetzt mit dem Gehalt als Schulhelferin nochmal Soziale Arbeit studiert. Sie wäre alleine nie auf die Idee gekommen überhaupt darüber nachzudenken. Weil sie in ihrer Box gefangen war mit der Aufschrift: „Ich habe Romanistik studiert, also muss ich irgendwie mit dem Thema Romanistik irgendetwas finden, komme was da wolle.“

Viele Frauen, die ich dabei unterstützen darf, herauszufinden, wofür ihr Herz schlägt, denken im Nachgang: „Wie kann das sein, dass ich in der Jugend so doof war und eine Ausbildung gemacht habe, die eigentlich nicht meins war?“ Ich persönlich habe den  gleichen Fehler gemacht. Ich war mit 19 mit einem jungen Man liiert. Er studierte Volkswirtschaft und wollte eine Steuerkanzlei eröffnen. Ich sagte: Das könnten wir auch zu zweit machen. Daher habe ich auch Volkswirtschaft studiert. Es war spannend, aber das war eigentlich nicht meine Baustelle – und der junge Mann war auch nicht der Richtige für mich! Deswegen machte ich nach dem Studium noch eine DV-Ausbildung und entwickelte mich in diese Richtung weiter. Und später wechselte ich habe ich dann in die Bereiche Marketing und Vertrieb.  

Erst später mit 50 entdeckte ich, was meine wirkliche Stärke ist und gründete mit einem Kollegen ein Beratungsunternehmen.

Es gab also einige fundamentale Änderungen in meiner beruflichen Ausrichtung – und ich bereue diese Umwege nicht!

AP: Wenn Du also zurückgehen und noch mal studieren könntest, würdest Du dann eher z.B. Psychologie studieren?

AK: Während meiner beruflichen Tätigkeit konnte ich neben den fachlichen Themen sehr viel Erfahrung im Bereich Psychologie, Menschenführung und Coaching sammeln. Als ich später die NLP-Ausbildung machte, konnte ich mit diesem Wissen etwas anfangen, weil ich es mit einem großen praktischen Erfahrungsschatz verbinden konnte. Hätte ich am Anfang mit 19 Jahren Psychologie studiert, dann wäre ich auch nicht glücklich damit gewesen. Man kann es nicht einordnen, da man keinen Anwendungsfall hat. Ich glaube, dass es wichtig ist, in verschiedenen Lebenssituationen die eigene Situation kritisch zu überdenken und Konsequenzen zu ziehen.

AP: Also war es doch der richtige Weg.

AK: Langfristig betrachtet ja. Wie man so schön sagt: Umwege verbessern die Ortskenntnis. Das ist eigentlich eine gute Umschreibung meiner beruflichen Entwicklung!

AP: Das ist ein sehr schöner Satz. Da fällt mir gerade auf, dass ich neue Orte am liebsten zu Fuß oder Fahrrad erkunde. Weil ich dann einen Überblick bekomme, wie die Umgebung ist. Oft ist das auch mit Umwegen verbunden. Aber so verbessere ich meine Orientierung. Und so kann ich dann klarer entscheiden, wohin ich will und welche nächsten Schritte ich machen sollte. Und diese praktische Erfahrung hilft mir dann auch, die Straßenkarte zu lesen.

Vielen Dank für das interessante Gespräch und den leckeren Tee. Und ich hoffe, wir sehen uns bald wieder.


Dieser Artikel entstand im Rahmen der Interview-Reihe 12 Monate – 12 Mentorinnen.